Bitches Brew

Tanzabend im Felina Theater Mannheim zum 100. Geburtstag von Miles Davis

Erster Teil „Milestones Brew“

Mannheimer Morgen, 7. Februar 2026, von Ute Maag

Davis‘ revolutionäres Album „Bitches Brew“ interpretiert

Die letzte Zutat zu diesem gehaltvollen, Miles Davis huldigenden Mix liefert die wieder einmal wunderbare Catherine Guerin mit ihrer Interpretation von „Bitches Brew“, Davis‘ revolutionärem, 1970 veröffentlichtem Studioalbum, das Jazz mit Rockelementen zu dem verband, was später „Fusion“ genannt wurde. In Guerins Choreografie wird die Musik zur lebendigen Kraft, der Rhythmus zur Textur und die sechs Tänzerinnen Antonia Arnold, Leandra Herr , Doris Lingenau, Hanna Sand, Carla Torrisi und Mareike Villnox von wilden Bitches zu mystischen Witches, deren Hexenkräfte mit jedem Takt zu wachsen scheinen. Das Schlussbild, sechs unnahbar blickende Frauen mit verschränkten Armen, beendet einen gelungenen Abend, der der Musik von Miles Davis die verdiente Würdigung zollt, aber längst nicht alle Facetten herausarbeitet. Aber dafür gibt es ja nach zwei Wiederholungen dieses Programms – noch einen zweiten Teil, zum Ende des Monats.

Von Catherine Guerin

Tanz Carla Torissi, Mareike Villnow, Hanna Sand, Doris Lingen, Antonia Arnold, Leandra Herr

Premiere: 5. Februar 2026, weitere Vorstellungen am 08. und 12. Februar 2026

Veranstaltungsort: Theater Felina-Areal Mannheim

Die Rheinpfalz, 09. Februar 2026

Von Heike Marx

„Bitches Brew" von Catherine Gue-rin ist eingängig und hinreißend weiblich. Die Choreografin aus Heidelberg und Grande Dame der freien Tanzszene hat, so erklärt sie, diese zu den berühmtesten von Miles Davis zählende Musik gewählt, weil er darin mit der Hinwendung zur Elektronik einen Neubeginn wagte - der seinerzeit auch kritisiert wurde. Es ist eine alle Sinne vereinnahmende Musik voll von dramatischen Brüchen.

Außerdem habe sie der Gleichklang von „ditches" (Luder) und „witches" (Hexen) fasziniert, sagt Guerin.

Fünf Frauen bevölkern die Bühne. Locker in voller Breite, verdichtet zum engen Kreis. Sie sind alltagsnah ge-kleidet. Eine eingeschworene Ge-meinschaft. Eine sechste Frau tritt auf. Sie wird weggemobbt. Aber die Gemeinschaft ist nicht so stabil, wie sie erscheint. Allein oder paarweise spielen sich Einzelne in den Vordergrund, was vom Rest der Gruppe übel vermerkt wird. Wie sie da stehen mit verschränkten Armen und scheelen Bli-Cken! Die Gemobbte taucht erneut auf, und diesmal gelingt es ihr, sich in die Gruppe zu integrieren und die LFührung zu übernehmen. Auf und um einen Tisch zelebriert die Gruppe in einschlägiger Gestik ihr „Gebräu”

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